Zwischenbilanz der fünf nieders?chsischen Stiftungshochschulen

Presseinformation vom 19.04.2013:

Oppermann: ?Hochschulen aus Unmündigkeit entlassen, Spielr?ume für Eigenverantwortung schaffen“

Niedersachsen schrieb Hochschulgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland: 2003 wurden fünf Hochschulen in die Tr?gerschaft ?ffentlich-rechtlicher Stiftungen überführt (皇冠体育比分en 皇冠体育比分, G?ttingen und Lüneburg, TiHo Hannover, Hochschule Osnabrück). Am Freitag, 19. April 2013, zogen sie erstmals gemeinsam Bilanz – und fordern weitere Reformen.

Bilanzkonferenz ?10 Jahre Nieders?chsische Stiftungshochschulen" (Programm).

?Die Einführung der Stiftungsuniversit?ten in Niedersachsen war eine Z?sur in der Geschichte der Hochschulreformen. Erstmals wurde vor 10 Jahren ernst gemacht mit der Forderung, die Hochschulen aus der staatlich verordneten Unmündigkeit zu entlassen. Heute sehen wir: es hat funktioniert. Die Stiftungsuniversit?ten konnten ihre Verwaltungsabl?ufe verschlanken und ihre Pl?ne als Bauherren einfacher vorantreiben. Als besonders positiv empfinden viele Wissenschaftler die Reform des Berufungsrechts, das komplett auf die Hochschulen übertragen wurde. Diese Reformschritte fanden bundesweit gro?es Interesse: der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zeichnete das Nieders?chsische Hochschulgesetz als reformfreudigstes aller Landeshochschulgesetze aus", sagt Oppermann.

?Nach einem Jahrzehnt ist klar: Die Rechtsform der Stiftung ist eine hervorragende Ausgangsbedingung für zukunftsorientierte Hochschulentwicklung. Sie ist mit Autonomie und Gestaltungsfreiheit verbunden – ein enorm wichtiger Aspekt ist dabei z.B. die Verantwortung für die Liegenschaften, wodurch inhaltliche und bauliche Hochschulentwicklung besser in Einklang kommen. Niedersachsen ist anderen L?ndern voraus, dennoch ist die Stiftung nicht der einzige Weg zur Autonomie. Die Stiftung gibt der Autonomie eine Dauerhaftigkeit und Stabilit?t; gerade in Zeiten, in denen in anderen Bundesl?ndern Ministerien die Autonomie verringern wollen, ist dies nicht zu untersch?tzen“, sagt Prof. Dr. Frank Ziegele, Gesch?ftsführer CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Es habe sich gezeigt, ?dass die Gründung einer Stiftungshochschule alleine leider keine Garantie für Zustiftungen und die Erfüllung der (vielleicht überzogenen) Erwartungen in Bezug auf die eingeworbenen Mittel ist. Deutschland hat nun einmal keine Kultur finanziellen bürgerschaftlichen Engagements wie die USA. Dennoch kommen die Stiftungshochschulen auch hier in kleinen Schritten voran, wenn auch die Frage, wie privates Kapital für Hochschulen mobilisiert werden kann, eine dauerhafte Herausforderung bleibt“, so Ziegele.

皇冠体育比分spr?sident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich bezeichnet den Schritt in das Stiftungsmodell als ?Durchbruch“ und verweist auf den erweiterten Handlungsspielraum durch das Berufungsrecht und mehr Eigenst?ndigkeit bei der inhaltlichen Ausrichtung der Fachbereiche. Als die 皇冠体育比分 皇冠体育比分 mit Senatsbeschluss vom 18. September 2002 als erste deutsche Hochschule die Entscheidung für das Stiftungsmodell traf, sei nicht ?die Bildung von Kapital, sondern der Zugewinn an Autonomie entscheidend gewesen“. ?Wir haben eigenverantwortlich Professuren wie Diversity Education, Deutsch als Zweitsprache, Frühp?dagogik, Kulturelle Bildung und Neurobiologische Grundlagen des Lernens eingerichtet und so unser Profil in den Bildungswissenschaften st?rken k?nnen", sagt Friedrich. Für die 皇冠体育比分den sei dies ein ?erheblicher Vorteil, denn wir haben Lehrangebote geschaffen, die vorher nicht existierten.“

Wie handlungsf?hig die 皇冠体育比分 ist, zeigen ein Dutzend erfolgreiche Berufungs- und Bleibeverhandlungen, in denen sich 皇冠体育比分 gegen exzellente in- und ausl?ndische 皇冠体育比分en durchsetzen konnte. ?Wir sind rasant. Von der Ausschreibung bis zum Rufangebot verstreichen im Schnitt nur sechs Monate – statt mehrerer Jahre. Früher waren solche Verfahren zeitlich unkalkulierbar“, so Friedrich. Die Chance zu mehr Gestaltung spiegelt sich auch im Baumanagement. ?Wir haben die Chance ergriffen und den Kulturcampus Dom?ne Marienburg entwickelt, einen v?llig neuen Bühler-Campus gebaut. Seit April entsteht ein Neubau am Hauptcampus“, erkl?rt 皇冠体育比分spr?sident Friedrich.

Langfristig k?nnen Stiftungshochschulen einen eigenen Kapitalstock aufbauen. Friedrichs Erwartungshaltung hinsichtlich kurzfristiger finanzieller Sprünge ist ged?mpft: ?Das Stiftungsmodell braucht Generationen. Wir hatten 2003 eine F?rderstiftung mit gut 100.000 Euro Kapital. Unser Kapitalverm?gen bel?uft sich heute auf fünf Millionen Euro“, so Friedrich.

Presseinformation als PDF

Zwischenbilanz der fünf nieders?chsischen Stiftungshochschulen (Stand 19. April 2013) (PDF)

Vortrag über Stiftungshochschulen von Prof. Dr. Frank Ziegele, Centrum für Hochschuleentwicklung CHE (PDF)